Sonntag, 12. April 2015

Kostümprobe und Abspann


Viel Geld ist dahingegangen. Dafür sehen wir jetzt aus wie Profis... auch wenn wir keine sind.
Zwei North Face Terra Rucksäcke haben wir jetzt. Partnerlook quasi. Mit wollten sie im Laden das "Mädchen"modell andrehen aber heldenhaft habe ich mit das "Männer-Teil" erkämpft. 
Wir üben jetzt kräftig das Reisefeeling und Blümchen sehnt die Abreise schon sehr herbei.
Nach Recherchen im Internet ist uns klar geworden: Richtige Reiseblogger sein... das will gelernt sein. Sehr beliebt: Sich selbst mit etwas fotografieren das total unwichtig ist. So wie ein Steg. 
Am besten von oben, unten. In Aufsicht. Richtung Land. Richtung Wasser. 
Das alles transportiert die früher geläufige Diashow, die keinen interessiert, die aber unbedingt nach 
jedem Urlaub dreistündig abgehalten wurde, ins digitale World Wide Web! Fantastic!

Geht das so? 

"Das bin ich mit einer ZIEGE!!"
Das bin nochmal ich wie ich mich an die Ziege annähere"
Da sieht man sogar meine Füße und die Ziege!

Back to product placement! 
(leider kriege ich dafür kein Geld)









Zwei Rucksäcke. Da sie für ein Jahr unser kontinuierlichster Begleiter sein werden, waren wir uns beim Kauf nur über eines im Klaren. Gefallen muss er uns. 
Es sind Modelle mit einer Füllmenge von 65 Litern. Es wird ja keine 3-Tage-Trekking Tour. Wir durchreisen mehrere Klimazonen und müssen im Prinzip ein Winter-, ein Sommer- und ein Arbeitsoutfit mitnehmen.



Erfahrungsberichte werden dann folgen. 
Der enthusiastische Verkäufer bei Northface war der Meinung wir bräuchten UNBEDINGT 
auf ihre 3-1-Jacken. 
Wir schlauen Hamster (so schlau wars nicht...) hatten uns vorher vorgenommen, eine Jacke mit Membran zu kaufen, da Beschichtungen oft kurzlebig sind. 
Das haben wir nicht allein rausgefunden (wir wollten die North Face Jacke vorher schon im Internet kaufen), sondern hat mein Vater im letzter Sekunde eingeworfen. 
Nun ist es eine 3-1-Membranjacke von VAUDE geworden. 
Die Marke vertreibt ihre Jacken greenshape, und ist verhältnismäßig günstig. Lustig: Zufälligerweise passen die Jacken farblich zu den Rucksäcken. 
Grün bin ich. 
Schwarz ist Blümchen. 








   Wir müssen unser Packmaß stark begrenzen, deswegen können wir nur eine Jacke mitnehmen. 
Diese bietet alles was wir brauchen und hat sich auch schon auf den Hunderunden während des Orkans bewährt.



Schuhe sind ein Großes Thema: Ich bin der Meinung das wir drei Paar brauchen. Sommer-, Winter- und Arbeitsschuhe. Vielleicht können wir Winter- und Arbeitsschuhe verbinden. 
Diese machen Blümchen sehr große Füße aber sie sind wohl ausreichend warm. 
Ich habe auch schon Wintermauken und Sommermauken. Die zeige ich wann anders.
Die Osterferien sind vorbei. Es sind die letzten Osterferien für mich. Heute Nacht habe ich geträumt, 
ich hätte Bio verhauen. Das Abi kommt näher und bald ist das alles vorbei. Mal sehn. 
Schon komisch. 
Aber unser Garten verwandelt sich in eine Oase. So langsam grünt alles und ich werde sehen 
müssen wie schwer mir der Abschied fallen wird.

Der Vorhang fällt. Das Stück "Schule" ist fast aus. Die Lichter brennen aus.


Das Leben geht weiter.
J.

Dienstag, 31. März 2015

Erstmal kleine Brötchen backen..


 ... wäre gut gewesen. Naja, besser spät als nie! Heute erstmal knapp 500 Euro für Ausrüstung ausgegeben. Hart erspartes und verdientes Geld diffundierte heute entgegen des Konzentrationsgefälles, wider jeder Physik, von uns weg. Für zwei Rucksäcke und zwei 

Multifunktionsregenmegawasserabweisende3in1windbreakerwinterjacken! 

Aber darüber sprechen wir wann anders, dann mit Fotos...
Unser Schweißkurs ist vorbei! 
Ich präsentiere nun die Produkte dessen in unkommentierter Form:



 Kommentar: zugegeben es gibt bessere Schweißer*innen als uns (das mit den großen Löchern ist von mir) aber wir hatten zumindest verschiedene Lichtbogenhandschweißgeräte in der Hand, wissen theoretisch wie man WIG-,MIG-, MAG- und Gasschmelzschweisst. Wir kennen nun verschiedene Nähte, unteranderem auch Nähte für den Schiffsbau (z.B die V-Naht), der ja Anlass des ganzen Bohos war.
Das bringt mich zum nächsten Punkt.
Seit Januar hatten wir versucht das Flydende by Projekt in Kopenhagen zu erreichen um uns an ihrer Bootsbauerei zu beteiligen. Lange erhielten wir keine Antwort und gaben die Hoffnung schweren Herzens auf. In einem letzen Aufbäumen, bevor sie elendig verreckte, schrieben wir ihnen nochmal eine E-Mail an Adressen die wir im Internet gefunden haben.
Und: Sie haben geantwortet.
Zwar haben sie gesagt, dass sie noch nicht so genau wissen, was im August so geht, aber wir schreiben ihnen im Juli nochmal! Es wäre schön wenn das klappen würde. Das Projekt ist wirklich interessant. Überzeugt euch am besten selbst!

Trotz Hagel und Sturm kämpfen wir weiter um unsere Jungpflänzchen! Hier die zweite Charge Schwarzwürzelchen, denn die erste - direkt ins Freiland gesääte - hatte es leider nicht geschafft.

Blümchen pflanzt Gemüse.


Auch der Frühling lässt sich nicht wirklich lumpen und schickt seine Knospen als Geleit für eine Hühner-Odysee in den benachbarten Garten. Unser identitätsgestörte Laufentenerpel und drei seiner Hühner-Mädchen schlüpften durch ein Loch im Zaun, welches der Sturm gerissen hat und wir hechten ihnen nach. Alle Beteiligten überlebten die Situation unverletzt und die Hühnerschar tummelt sich wieder vereint um einen umgestürzten Apfelbaum. 


So geht es weiter volle Fahrt Richtung Frühling und unser Tagesmotto lautet:
Egal wie groß dein Fahrrad ist, wenn du nicht draufsteigst und losfährst kommst auch du nicht an! 

Zeiten großer Worte sind vorbei, was uns hier fehlt ist die Liebe zum Detail. 
Bis bald.
J.M

Sonntag, 1. März 2015

All these colours in my head....

 Nach dem Vorabi in den Vorfrühling geschlittert. 


Gestern haben wir unsere wintergekühlten Wesen an die frische Luft geschickt, 
sich in der Waldsonne wieder aufzutauen und den Lebensgeistern bescheid zu sagen, 
das die Monotonie häuslicher Beschränktheit ein Ende hat. 
Endlich wieder raus. 

Wir sind fleißig am Pflanzen, Ziehen, Sprühen
 auf das mächtig was gedeihe dieses Jahr. 


Im Schweißkurs erstmal mächtig die Fingerchen verbrannt, weil man vergessen hat, das 
3000 Grad heiß Blech im Wassereimer baden zu schicken. 
Anerkennende Kommentare bekam ich dennoch von
den 80 % männlichen Kursteilnehmern über 50, 
die immer ein gelegtliches 
"Na, dass sieht aber doch schon gut aus"
 über die Schulter zu raunzten hatten.
Naja.
Die Resultate dieses ersten Versuch ersparen wir euch. 
Das nächste zeigen wir dann mal rum, mit hoffentlich heilen Pfoten.


 (M)Ein Männlein steht im Walde...


Sich fügen, heißt lügen.
J.M

Sonntag, 22. Februar 2015

Darum bleiben hier so viele Stühle leer....


wenn man sie kennt, darf man getrost die regeln brechen.

man muss nicht alles mögen
man muss nicht alles ändern wollen.

nur wer mal aufgestanden ist, der darf sich setzten. 
und darum bleiben hier so viele stühle leer.

Freitag, 20. Februar 2015

Unerwartete Freuden und doch wieder eher Herbst...

Draußen ist Regen. 
Draußen ist Dunkel. 


Wenns hell ist ist Arbeit und Schule. 
Also Klausuren. 
Ich übertreffe mich und mein ADHS jedesmal selbst wenn ich es schaffen 5 Stunden still zu sitzen
und tatsächlich zu arbeiten.
(Vielleicht merkt mans, meine Sprache leidetet heute leicht unter 20 Seiten Faust Analyse)
 

Aber eine erfreuliche Neuigkeit gibt es. 
Wir planen zu verschiedenen Bootsbauprojekten zu fahren, 
die wollen dass man sich selbst verschiedene Fähigkeiten aneignet. 
Deswegen wollten wir an der Volkshochschule einen Schweißkurs belegen.
Die Enttäuschung war groß als der Kurs leider schon voll war. 

Quelle: http://www.uk-pics.de/blog/allgemein/fotoserie-vol-1-mag-schweissen/

Jetzt haben wir überraschend doch noch einen Platz bekommen, 
in einem neuen Kurs. 
Dienstag geht es los und das wird super!

Noch eine Woche Vorabi. 
Noch 5 Wochen Schule. 

Eine weitere Bestätigung für Schweden haben wir auch. :) 
Es geht voran! 

Liebe Grüße 
J. M 

Montag, 16. Februar 2015

It gets concrete. Das erste Datum steht.

Tatsächlich haben wir inzwischen die erste Bestätigung für einen einmonatigen Aufenthalt in der Nähe von Gävle, Schweden. Also so richtig in der Nähe ist übertrieben. Wir sind hier ungefähr:


google maps

Ihr werdet jetzt vielleicht sagen...was? wo? Da ist doch nicht mal eine Stadt eingetragen....ja.
Das stimmt. Nach unserer Recherchen ist da tatsächlich: nichts!
Wenn man ganz nah ranzoomt jedoch, erkennt man einen kleinen Ort Namens Hållnäs. Es scheint ein Naturreservat zu sein. Aber so richtig Infos gabs dazu auch im Netz nicht. Es gibt dort auch eine von Zecken übertragbare Enzephalitis, die sogennannte Frühsommer-Meningoezephaltitis. Dagegen werden wir uns dann doch impfen lassen, weil wir uns die Reise nicht durch eine drohende Hirnhautentzündung verderben wollen. Wer weiß wo da das nächste Krankenhaus ist!

Wir werden dort jedenfalls den ganzen September auf der Farm einer kleinen, jungen Familie verbringen und ihnen helfen ihr kleines Paradies in eine Künstlerresidenz zu verwandeln.
Wir freuen uns jetzt schon sehr und organisieren fleißig Kleidung, die dem Klima auch hinter dem Polarkreis gewachsen ist... denn im tiefsten Winter planen wir tatsächlich nördlich dieser Breitengrade, auf der Lofoten, zu sein. Meine Mutter, die glaube ich auch ein wenig traurig ist das wir weggehen, strickt uns haufenweise wunderbarer Ökopullis aus selbstgesponnener, selbstgeernteter Schäfchenwolle: 

Photo by: miesi

Photo by miesi

Ich selbst habe grade die erste Vorabiklausur hinter mir und halte den Stress darum für sehr übertrieben... aber ich will den Mund nicht zu voll nehmen sondern lieber auf das Ergebnis warten.
Ich konnte es mir jedoch Gedanke wie diese in den letzten sechs Stunden Kunstwissenschaftlicher Analyse nicht verkneifen: "Was mach ich hier. Krass ich sitzt hier und schreibe was was eigentlich keinen interessiert und in 10 Wochen interessierts nicht mal mich mehr und in einem halben Jahr bin ich in Skandinavien." Dann hab ich in mich hineingelächelt und voller Motivation weitergeschrieben.

Doch bevor wir uns in das kalte Klima begeben, werden wir den Sommer hier genießen, weil es für mich vielleicht der letzte hier ist. Ich werde die Sommer hier in diesem Haus vermissen.


 Und damit haben wir gleich mit den ersten Sonnestrahlen dieses Jahres angefangen.




Wir helfen aktuell bei mir zuhause beim dritten Versuch eines eigenen Gemüsegartens und fangen dieses Mal nochmal mit dem Grundstein der Bodenaufbereitung an:

John Seymour: Selbstversorgung aus dem Garten;  Otto Meyer Verlag Ravensburger; 1978

Dem Umgraben!

John Seymour: Selbstversorgung aus dem Garten;  Otto Meyer Verlag Ravensburger; 1978

Und dabei durften unsere gefiederten Damen und Herren noch gerne helfen, obwohl der Gemüsegarten sonst streng tabu ist. Sie sind wie die Schweine! Außer der identitätsgestörte Laufentenerpel und sein Mädchen... die dürchen gerne weiter Schnecken wegmapfen.



Mal sehen ob dieses Mal was wächst! Nein wir müssen nur ein bisschen mehr Unkraut jäten.
Soweit. Unsere Leute in Kopenhagen haben sich leider noch nicht gemeldet aber wir geben die Hoffnung nicht aufgeben.

Bis hierher. Das Gefühl bleibt das Gleiche.
Sich fügen, heißt lügen.
J.M


BASTILLE - THE DRAW ('ALL THIS BAD BLOOD' EDIT) from Crooked Cynics on Vimeo.





Sonntag, 21. Dezember 2014

Wenn mensch schreibt...


Es sind jetzt noch knapp 8 Wochen. (Bis zu meinem letzten Schultag) Und Lähmung macht sich breit. Ich müsste am Schreibtisch sitzen, aber ich tu es nicht.
Ich sitze im Bett und schreibe einen belanglosen Blogeintrag.
Wieso genau jetzt, wieso macht sich genau jetzt diese Leere breit die mich lahm macht wie einen hinkenden Hund. Am Montag in einer Woche ist meine erste Vorabi Klausur und ich hab die Mappe gerademal fertig sortiert.
Mein Kopf weiß wieviel davon abhängt ein gutes Abi zu schaffen. Aber mein Körper ignoriert es.


Vielleicht ist der Winter wieder einmal ein bisschen zu lang.


Immoment sind die Tage schwer, dunkel und belanglos.

Ich bin kein Mensch, der gut ohne Sinn klar kommt. Und ein Numerus Klausus betrachtet mein Unterbewusstsein als definitiv sinnentleert. Ich kann nichts für den Anarchisten in mir, der sagt das er sich dem nicht fügt und meine Systemloyalität ist weit davon entfernt eine ausreichende Motivation darzustellen.


Frau L. war seltsamer Weise ein Lichtblick. Aber sie ist auch weg und das was Schule früher mal für mich war: ein Ort voller Freunde im Feindesland, ist es jetzt nicht mehr.
Es kommt mir vor als seien alle meine Freunde seit Jahren ins Exil geflohen. Nur ich bin noch immer da. Seit einer gefühlten Ewigkeit.



Jetzt sind es noch acht Wochen.


Auf der einen Seite wünsche ich mir nur, endlich fertig zu sein, endlich ein völlig überholtes Kapitel abzuschließen.

Und auf der anderen, verliere ich damit alles was ich kenne.
Meine Vorstellung von der Zukunft könnte sich nicht unrealer anfühlen.
Und weil sie auf der einen Seite so nah und auf der anderen so fern ist, macht sie mir schreckliche Angst.

Ich kann auf einmal meinen Bruder verstehen, der ein Jahr lang nur zuhause war, nachdem er sein Abi hatte. Damals dachte ich: steh doch endlich auf! Du kannst doch jetzt wohin du willst!
Jetzt überkommt mich das Gefühl, auf ewig in meinem Bett bleibe zu wollen. In dem Bett in meinem Haus, in dem ich bis jetzt mein ganzes Leben verbracht habe. In dessen Garten ich die wunderschönste Kindheit verlebt habe, die ich mir nur vorstellen kann.










Manchmal beneide ich Menschen, die schon oft umgezogen sind. Sie sind Abschiede gewohnt. Mir machen sie Angst. Ich bin so schlecht darin Abschied zu nehmen.

Ich will ja die Welt sehen, ich will so viel machen, soviel tun und auch soviel bewirken. Aber ich will
nicht Abschied nehmen von dem was untrennbar verbunden ist mich meinem Herzen: Meinem Zuhause.

Es ist wie die Trennung von einer 19-jährigen Liebesbeziehung, nur das es nicht einmal ein "davor" gibt, zu dem man zurückkehren kann.

Das Resultat ist etwas grundsätzlich Neues. Es ist schwer. Und alternativlos 




Machen wir das Beste daraus.


So und nachdem ich mir das vom Herzen geschrieben habe,  sollte ich an der Schreibtisch zurück und kunstwissenschaftliche Analyse anschauen. Aber ich machs nicht. Vielleicht lieber morgen.
Nachträglich zu sagen ist vielleicht: Dieser Blog, zeigt mich und mein Leben nur partiell. Ich schreibe nur bewegt von extremen Gefühlen. Aus einem Post ist nicht abzulesen wie ich bin. Es sind Momentaufnahmen. Nicht mehr.

Sich fügen, heißt lügen.
J.